
🍮 Angelos Erinnerung an Nonna und die Cappuccino Creme
Es war ein sonniger Nachmittag in einem kleinen Dorf in der Toskana, irgendwo zwischen silbernen Olivenhainen und dem unverwechselbaren Duft frisch gerösteten Kaffees. Angelo, damals noch ein Bub mit grossen Augen und noch grösserer Neugier, sass auf dem schweren Holzstuhl in der alten Landhausküche seiner Nonna Maria. Die rustikalen Fensterläden waren halb geöffnet, der Wind trug das leise Zwitschern der Vögel und den warmen Geruch von Espressodampf ins Haus.
„Nonna, was machst du da?“, fragte er fasziniert, während sie den dampfenden, tiefschwarzen Espresso in eine Schüssel goss und mit feinem Zucker verrührte.
Sie lächelte warm: „Una crema di cappuccino, mio caro. Aber nicht zum Trinken – sondern zum Geniessen mit dem Löffel. Für später, wenn die Familie zusammenkommt.“
Er beobachtete jeden Handgriff. Wie sie die Sahne steif schlug, wie sie mit ruhiger, erfahrener Hand die Gelatine unterrührte – und wie sie zum Schluss die samtige Masse liebevoll in kleine Gläser füllte. Auf jedes Glas streute sie mit einem feinen Haarsieb eine perfekt gleichmässige Schicht Kakaopulver. „Wirklich wie ein echter Cappuccino“, dachte Angelo, „nur noch viel besser – weil es Nonna gemacht hat.“
Für Nonna Maria war das kein flüchtiges Rezept aus dem Internet, sondern gelebte Kaffeekultur und ein echtes Familienritual: „Kaffee ist pure Leidenschaft, und ein Dessert ist Trost für die Seele – zusammen ergeben sie pure Harmonie.“
Heute, viele Jahre später, wenn Angelo in der Redaktion von kaffeegeniesser.ch sitzt oder mit unseren Baristas über Sensorik spricht, denkt er oft an diesen toskanischen Nachmittag zurück. Die warme Küche, die Gläser mit dem feinen Kakaostaub und der unvergessliche Geschmack auf der Zunge. „Es war mein erster echter Kaffee-Moment“, erinnert sich Angelo. „Und bis heute schmeckt mir keine Cappuccino Creme der Welt so gut wie die von Nonna.“